Wilburg Kleff

plastic fantastic

Die Fotografien richten den Blick auf ein Material, das unsere Gegenwart prägt wie kaum ein anderes: Plastik. Einst als Wundermaterial gefeiert, ist es heute allgegenwärtig – und ambivalent. 

In der Landwirtschaft schützt es Ernten, konserviert Futter und formt zugleich das Erscheinungsbild der Landschaft. Folien und Netze erzeugen auf Wiesen und Feldern überraschende Strukturen. Licht, Wind und Wetter verwandeln sie in visuell reizvolle Formen, die sich scheinbar selbstverständlich in die Umgebung einfügen. 

Doch hinter dieser Ästhetik verbirgt sich eine Ambivalenz: 

Was schützt und konserviert, zerfällt nicht einfach. Es bleibt. Vom nützlichen Helfer wird es zum unkontrollierbaren Fragment. Mikroplastik entsteht, unsichtbar für das bloße Auge. Es verteilt sich im Boden, gelangt ins Wasser, wird von der Luft weitergetragen. Die Bilder deuten diese Prozesse an, ohne sie direkt abzubilden. Sie machen sichtbar, was oft übersehen wird – das Nebeneinander von Ordnung und Auflösung.

Plastik in der Landschaft ist damit mehr als ein Motiv. Es ist ein Symbol für eine Epoche, in der Schutz und Zerstörung, Nutzen und Risiko untrennbar miteinander verbunden sind. Die Fotografien machen dieses Paradox sichtbar – leise, eindringlich und von einer Schönheit, die nicht unproblematisch ist.

Wilburg Kleff – Elbener Pfad 44 – 34311 Naumburg
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