Sondermüll – archaisch interpretiert
Die Ausstellung „Landruf(t)“ findet auf einer Schafweide statt – ein Ort, der mich zur Auseinandersetzung mit Rohwolle und Silofolie inspirierte. Meine Exponate nutzen eine archaische Formsprache, um das Verschwinden des Ursprünglichen zu thematisieren und die schwindende Wertschätzung für echte Nachhaltigkeit zu kritisieren.
Wolle: Vom Kulturgut zum Abfall
Meine Objekte aus Rohwolle stehen für einen langlebigen Rohstoff und traditionelle Verarbeitungstechniken, die heute fast vergessen sind. Es ist ein Paradoxon: Während Merinowolle und Wolle aus Übersee geschätzt wird, gilt heimische Wolle in Deutschland kaum noch als Wirtschaftsgut. Sie wird industriell kaum verarbeitet und meist als „Sondermüll“ entsorgt.
Silofolie: Das Trugbild der Nachhaltigkeit
Diesen Naturfasern stelle ich Arbeiten aus Silofolie gegenüber. Sie werfen ein Schlaglicht auf moderne Textilien wie veganes Leder, welches aus fossilen Rohstoffen hergestellt wird aber unter dem Label „vegan“ als umweltfreundlich vermarktet wird.
Greenwashing entlarvt
Ob Silofolie oder klassisches Kunstleder: Die Basis bleibt Erdöl. Aus meiner Sicht ist dies unverantwortliches Greenwashing. Materialien wie PU- und PVC-Leder sind nicht biologisch abbaubar und kaum recycelbar – sie bleiben als dauerhafte Belastung in der Umwelt zurück, während das eigentlich Kostbare weggeworfen wird.