„Wem gehört die Welt, und warum?“
Wem gehört die Welt? Wie kann man sie kaufen? Wie kommt ein Mensch auf die Idee, ihm würde, oder ihm solle unser Planet, oder zumindest Teile davon „gehören“? Warum finden solche Menschen so viele Anhänger und Unterstützer?
Das „Paradies“ endete für die Menschen wohl kaum mit dem verbotenen Verzehr der Frucht vom Baum der Erkenntnis. Erkenntnis und Wissenschaft haben uns voran gebracht. Besitzansprüche über die Natur, Tiere und sogar andere Menschen erscheinen deutlich plausibler für das Ende paradiesischer Zustände, und sie nehmen immer absurdere Formen an.
Jean-Jacques Rousseau, einer der Wegbereiter der Aufklärung, schrieb Mitte des 18. Jahrhunderts in seiner „Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen“:
„Die Menschen sind schlecht; eine traurige und fortwährende Erfahrung erspart den Beweis. Doch der Mensch ist von Natur aus gut; das glaube ich bewiesen zu haben… Man mag die menschliche Gesellschaft bewundern so viel man will, es wird dadurch doch nicht weniger wahr, dass sie notwendigerweise die Menschen dazu bringt, sich gegenseitig in dem Maße zu hassen, in dem ihre Interessen sich kreuzen, und sich zum Schein gegenseitig Dienste zu erweisen und in Wirklichkeit sich alle nur vorstellbaren Übel zuzufügen.“
Im Zeitalter der digitalen Welt fragte Jaron Lanier in seinem 2013 erschienenen Buch „Wem gehört die Zukunft?“ Es geht also inzwischen nicht mehr nur um materiellen Besitz, um geistigen Besitz, sondern sogar um die Zeit.
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